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Favoriten straucheln bei der WM – King nutzt seine Chance

Brigg Bomber Quadrathlon (GBR) 2015 (c) TWG Event Photography

Bei nasskaltem – typisch Englischem Wetter – fanden am letzten Wochenende die Weltmeisterschaften über die Quadrathlon Mitteldistanz statt. Austragungsort war Brigg (North Lincolnshire), wo in den letzten beiden Jahren jeweils die EM über diese Distanz ausgetragen wurde. Während alle im Vorfeld hochgehandelten Athleten Nerven zeigten, schlug die Stunde der Routiniers und der Jugend.

Nach einem Fehlstart – wonach das Feld noch einmal zurückgeholt und neu gestartet wurde – bildete sich im Fluß Ancholme eine dreiköpfige Spitzengruppe aus den Britten Steve King und Tom Stead, sowie dem deutschen Stefan Teichert – Gemeinsam erschwammen sie rund eine Minute Vorsprung.

Beim Paddeln übernahm King schnell die alleinige Führung und baute diese dank einer der schnellsten Kajakzeiten auch noch aus. Teichert hielt lang den zweiten Platz auf dem Wasser, musste aber dann noch Mike Masson (GBR) vorbeiziehen lassen. Auch Adam Norfolk (GBR) brachte sich mit der schnellsten Paddelzeit wieder in Schlagdistanz. Auf den Plätzen folgten Leos Rousavy (CZE) und Stead.

Auch auf dem Rad erwischte King einen super Tag und baute seine Führung auf fast alle aus. Nur Tom Stead, nach dem Paddeln auf Platz sechs holte mächtig auf – vor zwei Jahren machte der nun 18-Jährige schon auf sich aufmerksam und lies erahnen was für ein Talent er ist. Auf dem Rad ist er inzwischen eine Maschine, die 36km fuhr er vier Minuten schneller als alle anderen, wovon ja einige auch richtig starke Radfahrer sind. Hinter King und Stead lagen am Ende der Radstrecke noch 5 Athleten recht nah beisammen: Teichert, Rousavy, Norfolk, Masson und Steve Clark – der Lokalmatador, der nach seinem Rückstand beim Paddeln wieder nach vorne fuhr.

Beim abschließenden Lauf sah es zunächst so aus als ob King nicht mehr zu gefährden sei, aber Stead gab weiter Gas und am Ende fehlten ihm 14 Sekunden auf King. Dieser holte damit seinen ersten großen Erfolg bei einem internationalen Wettkampf, obwohl er schon seit über 20 Jahren an Quadrathlon-Wettkämpfen teilnimmt. Die Zukunft gehört aber mit Sicherheit dem jungen Tom Stead, mit dieser Entwicklung wird er bald nicht mehr zu schlagen sein.

Von den im Vorfeld hochgehandelten Favoriten Teichert, Rousavy und Clark konnte sich zumindest der Tscheche am Ende noch auf das Podium kämpfen. Clark lief am Ende auf einen enttäuschenden 6. Platz ein, gefolgt von Teichert der im Laufen dank falscher Schuhwahl auf dem Rad – Er hatte seine normalen Schuhe daheim vergessen – keine Kraft mehr hatte.

Noch einmal eine flotte Sohle legte der Ulmer Laszlo Szabo im Laufen hin, der damit ein für ihn tolles Rennen auf Platz 8 Gesamt beendete – auch wenn er den Zielsprint gegen Teichert verlor – ein Trost dürfte der Vize-WM-Titel in seiner Altersklasse (Masters 40) sein. Der Wieslocher Christian Schmidt erreichte auf Platz 12 Gesamt (4. AK) ebenso ein super Ergebnis bei über 100 Startern.

Im Frauenfeld führte zunächst die Deutsche Lisa Hirschfelder mit gut zwei Minuten Vorsprung nach dem Schwimmen – wo das Wasser mit 16 Grad im Vergleich zu den Vorjahren recht warm war. Nach dem es aber aus dem Wasser auf das Wasser ging, zeigte die Britin Sharon Colley eine top Leistung – gerade einmal 5 Männer paddelten an diesem Tag schneller als sie. Auch ihre Landsfrau Claire Moran zog dank ihrer Paddelleistung noch an der Deutschen vorbei.

Auf dem Rad zog Hirschfelder wieder an Moran vorbei und holte auch auf Colley auf und lag zu Beginn der Laufstrecke wieder in Schlagdistanz. Hier sah man es Colley an, dass sie sich nun über die Strecke quälte und versuchte Ihren Vorsprung zu verteidigen, denn Hirschfelder kam auch hier zunächst näher. Doch plötzlich lief auch bei der Europameisterin von vor drei Wochen nichts mehr und sie sicherte nur noch ihren zweiten Platz ab. So blieb auch der WM-Titel bei den Frauen auf der Insel bei einer überragenden Paddlerin Sharon Colley. Das Podium vervollständigte Claire Moran, die damit den Britischen Tag abrundete.

Aus deutscher Sicht erzielte Kerstin Rümke (Ulm) mit Platz 3 in ihrer Altersklasse (Masters 40) ein weiteres Topergebnis. Auch Peter Appelt aus Gießen erzielte diesen Platz in seiner AK (Masters 60).

Zum ersten Mal in der Quadrathlon-WM-Geschichte wurde in England ein Weltmeisterschaftsrennen ausgetragen und die Organisatoren des örtlichen Vereins Lincsquad und der British Quadrathlon Association trugen eine tolle Veranstaltung aus. Ein Gewinner dadurch ist mit Sicherheit der Britische Quadrathlon Sport, der einen Schub nach vorne erfahren hat und welcher hoffentlich noch lange anhält.


Es war sein Tag: Steve King

Es war sein Tag: Steve King

Eine Maschine auf dem Rad: Tom Stead

Eine Maschine auf dem Rad: Tom Stead

Am Ende noch Platz Drei: Leoš Roušavý

Am Ende noch Platz Drei: Leoš Roušavý

The Top Five: Mason, Stead, King, Rousavy und Norfolk

The Top Five: Mason, Stead, King, Rousavy und Norfolk

Sicherte sich den Sieg im Paddeln: Sharon Colley

Sicherte sich den Sieg im Paddeln: Sharon Colley

Erste Frau aus dem Wasser: Lisa Hirschfelder

Erste Frau aus dem Wasser: Lisa Hirschfelder
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by TWG Event Photography

Ergebnisse

Männer

1. Steve King (GBR) 2:32:02
2. Tom Stead (GBR) 2:32:16
3. Leoš Roušavý (CZE) 2:37:36
4. Adam Norfolk (GBR) 2:37:45
5. Mike Mason (GBR) 2:38:13

Frauen

1. Sharon Colley (GBR) 3:01:30
2. Lisa Hirschfelder (GER) 3:04:36
3. Claire Moran (GBR) 3:16:15
4. Jean Ashley (GBR) 3:18:12
5. Sarah Allars (GBR) 3:22:03

Veranstalter Homepage

www.lincsquad.co.uk


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