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Lang war es her und lang sollte es sein – Quadrathlon Wochenende in Hannover

Thoralf Berg (GER) at Quadrathlon Hannover (GER) 2015 (c) Jürgen Kastner

Zuletzt wurde im Jahr 2010 in Köln eine Quadrathlon Langdistanz ausgetragen, doch an diesem Wochenende war es endlich wieder soweit, in Hannover im Rahmen des Wasserstadt Triathlon-Wochenendes wurden die neuen Weltmeister über die lange Strecke gesucht (sowie die DM-Titel vergeben). Bei warmen, sonnigen Temperaturen gingen um 7:15Uhr zahlreiche positiv verrückte Athleten an den Start, um sich den Bedingungen, den Gegnern, aber vor allem sich selbst zu stellen.

Die Schwimmstrecke führte über zwei Runden von je 1,9km im klaren Lindener Stichkanal – einfach nur 4 Bahnen schwimmen. Gleich nach dem Startschuss setze sich Stefan Teichert (Heidelberg) -mit einer Staffel zusammen- vom restlichen Feld ab und stieg nach 55min rund 1:30min vor dem Verfolgerduo Dennis Möller (Preetz) und Laurent Martinou (FRA) aus dem Wasser. Aber auch Stefan Wegner (Greifswald), Leoš Roušavý (CZE) und Enrique Peces (ESP) waren im vorderen Bereich.

Mit dem Rad führte die Strecke dann ins Calenberger Land – insgesamt 90km über 3 Runden. Auf der Radstrecke, die mit einigen Hügeln versehen war, übernahm bei Kilometer 22 Martinou die Führung und baute sie dank der schnellsten Radzeit auf insgesamt sechs Minuten aus. Hinter dem Franzosen schob sich die Verfolgergruppe enger zusammen: Teichert, Wegner (mit defekter Hinterradsschaltung), Roušavý und Möller.
Aber auch ein gewisser Thoralf Berg (Schwedt) war nicht mehr weit entfernt – der mehrmalige Langdistanz Weltmeister, hatte die letzten 4 Jahr u.a. verletzungsbedingt keinen Quadrathlon mehr bestritten.

Der 20km Paddelkurs im Leine-Abstiegskanal wurde über 5 Runden ausgetragen. Martinou war schnell von den Verfolgern gestellt und Möller setze sich an die Spitze, gefolgt von Teichert, der aber bald muskuläre Probleme bekam und zurückfiel. Dafür kam aber Berg immer mehr ins Rennen und setze sich an die zweite Position, auch Peces holte seinen Radrückstand dank starker Paddelleistung wieder auf und ging auf Position Drei vor Roušavý auf die Laufstrecke. Die schnellste Paddelzeit erzielte aber einmal mehr Steffen Burkhart (Preetz), der auf Platz Fünf das letzte Teilstück in Angriff nahm.

Entlang der berühmten Herrenhäuser Gärten führten die zwei Runden der 21 Laufkilometer. Und es dauerte nicht lange, da übernahm Berg die Führung und Möller versuchte so wenig wie möglich Plätze zu verlieren. Für Berg war es nun ein Zittern: würde das Knie halten, kann ich das Tempo nach so langer Wettkampfpause noch durchziehen? Und die Konkurrenz machte Druck: besonders Roušavý holte sich zunächst wieder den Spanier und machte auch auf Berg Zeit gut – doch dieser hatte sich im Paddeln genügend Vorsprung erarbeitet und lief als Alter und Neuer Langdistanz Weltmeister ins Ziel. Platz Zwei ging an Roušavý vor Peces. Auf Platz Vier lief dank klasse Laufsplit Wegner vor Burkhart ins Ziel. Die schnellste Laufzeit kam aber wieder von Martinou, der noch von Platz 13 nach dem Paddeln auf Platz 6 nach vorne lief – jetzt muss der Franzose nur noch Paddeln lernen.
Für Berg war dieser Triumph total unerwartet, obwohl die Konkurrenz ihn immer auf dem Schirm hatte. Nach dieser Leistung bleibt zu hoffen, dass Berg nun doch wieder öfters im Quadrathlon in Erscheinung tritt.

Für Lisa Hirschfelder gab es im Frauenrennen an diesem Tag nur ein Ziel – den Titel! Doch zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten, besonders auf der Langdistanz, noch dazu bei ihrer Ersten. Doch gewohnt stark begann die Europameisterin von Ibiza, im Schwimmen lag sie bereits achteinhalb Minuten vor der nächsten Verfolgerin Ellen Mielke (Lampertheim), die auch mit über fünfzig Jahren noch sehr gut vorne mithalten kann. Aber auch auf dem Rad und mit dem Kajak setzte Hirschfelder die Bestzeiten. Doch wie man bei den Männern sah, ist das Rennen erst nach dem Laufen zu Ende. So brachte sich Undine Weihe (Berlin) wieder ins Spiel, zunächst schnappte sie sich Mielke und machte auch auf Hirschfelder etliche Minuten gut. Doch diese konnte ihren Vorsprung verwalten und war im Ziel Tränen überströmt vor Erschöpfung, Erleichterung und Freude über ihren ersten WM-Titel.

Einmal mehr Respekt zollten alle Teilnehmer und Zuschauer Stefan Barthel, der mit 72 Jahren immer noch nicht Quadrathlon-müde ist und selbst vor dieser Strecke nicht zurückschreckt. Und dabei kann sich die Leistung des Greifswalders noch mehr als sehen lassen, von einer Schwimmzeit von 1:21h träumen weitaus Jüngere.

Einen Tag vor der langen Strecke fand bereits ein Sprint Quadrathlon statt, der wie auch die Langdistanz in die Wertung des QUAD Deutschland Cups powered by Sports-Block.com zählt. Bei den Männern gab es den erwarteten Zweikampf zwischen David Kunderer (Ulm) und Simon Petereit (Bremerhaven). Schon beim Schwimmen stiegen Sie nahe zusammen aus dem Wasser. Auch auf dem Rad konnte sich Kunderer nur wenige Sekunden Vorsprung erarbeiten. Beim Laufen ließ Petereit erwartungsgemäß aber etwas Zeit liegen, aber seine Stecke sollte ja noch kommen. Das Paddeln – was aus organisatorischen Gründen an das Ende gelegt wurde – hier holte er wieder Meter um Meter auf und am Ende war er fast wieder dran an Kunderer. Doch die letzten Meter zu Fuß zum Ziel gehörten dem Ulmer. Das Podium vervollständigte Altmeister Christian Schmidt, der Heidelberger, der auch für das Quadrathlon-Team Ulm an den Start ging, glänzte vor allem beim Schwimmen, wo er dicht an den beiden jungen Athleten dran war.

Bei den Frauen hieß die Siegerin über die Sprintdistanz Susanne Walter (Clausthal-Zellerfeld), zwar lag sie noch im Schwimmen hinter Judith Gartmann (Hannover) zurück, aber auf dem Rad und im Laufen eroberte sie die Spitze. Da konnte auch Heidi Seemann (Finow) nichts ändern, die mit der schnellsten Kajakzeit auf Platz Zwei vor Gartmann ins Ziel kam.

Insgesamt konnten die Quadrathleten wieder ein tolles Wochenende in Hannover – dank der Arbeit von Tomas Kälble, sowie Peter Augath und seinem Team – erleben. Auch die Materialschau kam einmal mehr nicht zu kurz, denn mit KajakNord und Manuela Kalaczynski waren wieder Top-Boote zum Testen und fachkundige Beratung vor Ort.


Lisa Hirschfelder kämpft sich zum WM-Titel

Lisa Hirschfelder kämpft sich zum WM-Titel

Peces, Berg, Hirschfelder, Roušavý, Mielke, Wegner, Weihe

Peces, Berg, Hirschfelder, Roušavý, Mielke, Wegner, Weihe

Enrique Peces ist happy über Platz Drei

Enrique Peces ist happy über Platz Drei

Stefan Barthel auch mit 72 Jahren Spitze

Stefan Barthel auch mit 72 Jahren Spitze

Letze Erfrischung vor dem Laufen für Dennis Möller

Letze Erfrischung vor dem Laufen für Dennis Möller

Undine Weihe wie in 2010 auf Platz Zwei

Undine Weihe wie in 2010 auf Platz Zwei
Weitere Bilder Teil 1, Teil 2

by Kajak Nord, Jürgen Kastner

Ergebnisse

Langdistanz WM

Männer

1. Thoralf Berg (Schwedt) 1. DM 6:55:17
2. Leoš Roušavý (CZE) 7:00:35
3. Enrique Peces (ESP) 7:04:21
4. Stefan Wegner (Greifswald) 2. DM 7:11:04
5. Steffen Burkhart (Preetz) 3. DM 7:15:21

Frauen

1. Lisa Hirschfelder (Heidelberg) 8:33:59
2. Undine Weihe (Berlin) 8:43:05
3. Ellen Mielke (Lampertheim) 8:52:25
4. Kerstin Rümke (Ulm) 9:19:20
Sprintdistanz

Männer

1. David Kunder (Ulm) 1:28:11
2. Simon Petereit (Bremerhaven) 1:29:04
3. Christian Schmidt (Heidelberg) 1:34:10
3. Matthias Grünwald (Hannover) 1:37:06
5. Tino Plumeyer 1:38:26

Frauen

1. Suanne Walther (Clausthal-Z.) 1:46:37
2. Heidi Seemann (Finow) 1:48:40
3. Judith Gartmann (Hannover) 1:53:38
4. Mary White (GBR) 1:56:54

Veranstalter Homepage

www.wasserstadt-triathlon.de, www.kclimmer.de


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