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Sprint WM in Týn: Badar schlägt Peces erneut

Quadrathlon Týn nad Vltavou (CZE) 2016 (c) canoemar.cz

Am letzten Wochenende war es wieder einmal so weit, die schnellsten Quadrathleten suchten in Týn an der Moldau (CZE) ihre neuen Weltmeister auf der Sprint-Distanz (750-4-20-5). Mit dabei natürlich auch die Titelverteidiger aus dem Vorjahr Enrique Peces (ESP) und Lisa Teichert (GER), die sich in Samorin (SVK) 2015 die Krone aufsetzen konnten. Während Teichert bei den Damen aktuell sehr dominierend ist, war der Ausgang bei den Herren dagegen offen.

Gestartet wurde wieder um 12 Uhr mit dem Glockenschlag bei schwülheißen Temperaturen, am Vortag waren es knapp 35°C, so dass für den Renntag eine Hitzeschlacht erwartet wurde. Heiß ging es auch die ersten Meter her, traditionell sind es in Tyn nur rund 50m bis zur ersten Boje, da wird es schon mal eng. Am besten kamen Stefan Teichert (GER) und Gergö Badar (HUN) weg und setzen sich leicht von den Verfolgern ab. Auf dem engen Dreieckskurs, der auch durch die Strömung erschwert wurde, war es an den Wenden immer wieder eng und leider nutzten auch ein paar Athleten das Durcheinander, um ein paar Meter „zu sparen“. Konsequenterweise wurden diese, soweit sie von den Kampfrichtern identifiziert werden konnten, nach dem Paddeln disqualifiziert.

Auf die zwei Kajakrunden gingen Teichert und Badar also als Erste aber Peces war nur rund 30 Sekunden dahinter und holte immer mehr auf Badar auf, während Teichert nicht ganz das Tempo der Spitze mitgehen konnte. Aber auch Radim Král (SVK) und Ferenc Csima (HUN) wahrten ihre Chancen und paddelten bis ganz nach vorne. So stiegen nach dem Paddeln 6 Athleten (Milan Oslik, CZE, wurde nach dem Paddeln wegen der Schwimmabkürzung aus dem Rennen genommen) innerhalb weniger Sekunden aus dem Kajak, für Spannung war also gesorgt.

Die seit letztem Jahr neue Radstrecke führte über drei Runden, war somit sehr Zuschauer freundlich, forderte den Athleten mit einigen Höhenmetern aber einiges ab. Ganz vorne deutete sich langsam das Duell zwischen Gergö Badar und Enrique Peces an, wobei der Ungar sich einen Vorsprung von ungefähr einer Minute erarbeiten konnte. Auf Platz Drei fuhr hinter dem Spanier zu diesem Zeitpunkt Stefan Teichert. Aber auch der Schwede Martin Flinta fuhr in Richtung Podium.

Auch auf den drei Laufrunden konnten die Zuschauer die Athleten fast ständig sehen und anfeuern. Aus der erwarteten Hitzeschlacht wurde beim Laufen dann plötzlich ein starker Gewitterregen. Doch dass ihm Regen nichts ausmacht, zeigte Badar bereits bei der WM über die Mitteldistanz im Mai, auch damals konnte er so wie heute Peces auf Platz Zwei verweisen. Die beiden lieferten sich ein tolles Rennen, bei dem die Anderen am Ende klar hinterher liefen. Lange sah es nach einem dritten Platz für Stefan Teichert aus, doch Adventure-Race-Profi Martin Flinta fuhr nicht nur flott Rad, sondern lief auch noch flott und holte den Deutschen zu Beginn der dritten Runde doch noch ein und sicherte sich die Bronzemedaille.

Bei den Damen erwarteten alle wieder einen Sieg von Lisa Teichert, die sich weiter in einer sehr starken Form präsentiert. So konnte sie auch nach dem Schwimmen als Erste das Wasser verlassen, doch Laura Cisma wollte ihr den Sieg nicht kampflos überlassen, die junge Ungarin paddelte wieder an Teichert heran und übernahm sogar die Führung. Doch auf der anspruchsvollen Radstrecke war die Deutsche nicht zu halten und fuhr sich einige Minuten Vorsprung heraus, so dass sie das Laufen kontrolliert angehen konnte.
Doch am Ende wurde es noch einmal eng, nicht um ihren Sieg bei den Frauen, aber wenn man wie Teichert aktuell so dominierend ist, wird es schwer mit der Motivation und man muss sich neue Ziele setzen. So war es u.a. ein Ziel von ihr vor Peter Moysey ins Ziel zukommen. Der in Österreich lebenden Neuseeländer ging zwar durch eine Blinddarm OP nicht ganz fit an den Start, holte auf der Laufstrecke aber immer weiter auf und ging kurz vor dem Ende an Teichert vorbei. So lief es also auf ein Sprintfinish hinaus, was mit 7-hunterstel offiziell an Moysey ging.
Das Podium hinter der Deutschen vervollständigte Laura Cisma, die Magdalena Koberová (CZE) auf Distanz halten konnte. Beide mit den Jahrgängen 1997 und 2000 noch sehr jung, da kann man auch noch auf eine große Entwicklung hoffen.

Neben den beiden Teicherts überzeugten auch die anderen Deutschen in Tyn. So konnten sich mit David Kunderer (Heilbronn), Jens Wintermayr (Essen) und Lars Pelke (Heidelberg) noch drei weitere Deutsche auf den Plätzen 7, 8 und 10 in den Top 10 platzieren. Wintermayr zeigte besonders auf dem Rad seine Klasse und hatte am Ende die schnellste Radzeit für sich zu Buche stehen. In der Masters50 sprangen für Ellen und Karsten Mielke (Lampertheim) auch wieder Postplätze heraus, wobei Ellen sogar ganz oben stehen durfte. Vielstarter Peter Appelt (Gießen) blieb in der Masters60 leider auch nur die Holzmedaille.

In gut einem Monat steht dann Ende Juli das nächste große Event mit der Sprint EM in Samorin an, bis dahin heißt es also nun wieder fleißig trainieren.


Stefan Teichert und Gergö Bader: First out of Water

Stefan Teichert und Gergö Bader: First out of Water

Nach dem Paddeln vorn mit dabei: F. Cisma und R. Král

Nach dem Paddeln vorn mit dabei: F. Cisma und R. Král

Enrique Peces stark, aber nicht stark genug

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Martin Flinta sichert sich am Ende doch noch das Podium

Martin Flinta sichert sich am Ende doch noch das Podium

Gergö Badar, der neue König in 2016

Gergö Badar, der neue König in 2016

L. Cisma, die dominierende L. Teichert und M. Koberová

L. Cisma, die dominierende L. Teichert und M. Koberová
Weitere Bilder Teil 1, Teil 2

by canoemar.cz, seakayaking.hu

Ergebnisse

Männer

1. Gergö Badar (HUN) 1:28:11
2. Enrique Peces (ESP) 1:29:56
3. Martin Flinta (SWE) 1:33:20
4. Stefan Teichert (GER) 1:34:23
5. Ferenc Csima (HUN) 1:36:03

Frauen

1. Lisa Teichert (GER) 1:44:21
2. Laura Cisma (HUN) 1:57:35
3. Magdalena Koberová (CZE) 1:59:22
4. Dana Ivanovová (SVK) 2:02:27
5. Zuzana Fiedlerová (SVK) 2:02:51

Veranstalter Homepage

www.canoemar.cz


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